Ostsee-Zeitung / Freitag, 23. April 2010

Collagen aus Coladosen und CDs

Rostock (OZ) Aus scheinbar wertlosem Abfall beeindruckende Kunstwerke herzustellen, will gekonnt sein. Dass diese auch bei näherem Betrachten nicht etwa billig, sondern sogar edel aussehen können, zeigt die Künstlerin Anka Kröhnke (70).

In ihrer Ausstellung „Neues aus Altem“ in der Rostocker Galerie am Alten Markt sind ab  heute einige ihrer Werke zu sehen. Ein Großteil der ausgestellten Exponate sind quadratische Collagen aus zerschnittenen und ineinandergeflochtenen Getränkedosen. Dabei entstehen aus solchen recycelten Werbeträgern bunte Farbflächen, die abstrakte Formenbilden oder zu farbenfrohen Landschaften verschmelzen. Aber nicht nur Weißblech und Kunststoff, auch Papier und Holz wurden zu Bildern und Skulpturen verarbeitet. „Klassische Materialien haben mich nie gereizt“, sagt Anka Kröhnke. Weggeworfenes, für andere Unbrauchbares interessiert sie umso mehr. „Meine Mutter hat sich nach dem letzten Krieg dreimal überlegt, bevor sie etwas weggeworfen hat“, erinnert sie sich. In Zusammenarbeit mit Rostocks Umweltamt sind Ausstellungsbesichtigungen mit Schülern geplant. Über die Kunst aus Abfall – die darin verborgenen materiellen und ästhetischen Werte – sollen sie zu einem bewussteren Konsumverhalten angeregt werden.

Am 8. Mai stellt sich die Künstlerin in der Galerie den Fragen der Besucher.
ELINAWIESNER

   

Anka Kröhnke in der Galerie am AltenMarkt in Rostock vor der Arbeit "Birken im Oktober". Foto:Häntzschel